Bauwagen - Bollerwagen

Diese Projektidee entstand, als an der Maiwanderung 2012 alle unsere drei Bollerwagen einen Totalschaden erlitten haben. 

Sofort war mir klar, da muss etwas besseres her, etwas was alle drei unserer Wägen in einem vereint. Erst war ich mir etwas unschlüssig, ob ich etwas bauen sollte, das kein Motto verfolgt, oder etwas nachbauen. Nach einiger Zeit stand dann der Entschluss fest - Ein Bauwagen im Maßstab 1:3 soll nachgebaut werden.

Als Vorbild sollte dieser Bauwagen von Playmobil dienen. Wie sich noch heraus stellen wird, haben wir diesen Bauwagen fast 1:1 kopiert

 

Also ging es an die Planung. Was soll er alles können? Wie groß soll das ganze werden? Schließlich legte ich fest, das der Wagen 140cm lang, 75cm breit und ca. 110cm hoch wird. Er sollte eine passable Musikanlage erhalten und es sollten 3 Getränkekisten in ihm Platz finden - gekühlt versteht sich.

 

Im folgenden werde ich versuchen, die Bauphase nieder zu schreiben.

 

Zuerst bauten Ich, zusammen mit meinem Vater, die Gehäuse für die Lautsprecher. 

Am Ende des Tages sah das Ganze so aus 

 

Diese Boxen bestückt mit Autolautsprechern vom Flohmarkt wurden insgesamt vier mal gefertigt. Wenn der Wagen fertig ist, werden diese hinter den Fenstern und Türen befestigt und mit schwarzem Stoff bespannt, somit bleiben die Lautsprecher unsichtbar.

Zudem wird im Unterfahrschutz, welcher auf späteren Bildern noch zu sehen sein wird noch ein Subwoofer mit ca. 250W untergebracht.

Befeuert wird das ganze von einem alten Weconic 4-Kanal Verstärker mit 600W RMS, welchen ich auf eBay günstig erstanden habe. 


Als Plattematerial diente uns das Verpackungsmaterial eines edlen Holzfußbodens, Fichte Drei-Schichtplatten mit einer Stärke von 19mm. Direkt machten wir an die Rohzuschnitte für Seitenwände, Böden, Schublade und Spanden fürs Dach zu machen.

Die Rohzuschnitte wurden mit der Handkreissäge TS 55 von Festool erledigt. Ein sehr sauberes Ergebnis.

 

Im nächsten Schritt stellten wir die Streben für die Dachkonstruktion her. Hier half uns unsere große Tischfräse. Zunächst fertigten wir eine Frässchablone und schraubten die grob ausgesägten Streben darauf fest.

Die Frässpindel wurde so eingestellt, das der Anlaufring an der Frässchablone anliegt. Mit diesem Setup waren die insgesamt acht Streben im Nu gefräst und waren alle 100%ig gleich.

 

Die fertig gefrästen Streben wurden mit einer Leiste im gleichmäßigen Abstand von ca. 25cm verschraubt. Später wird das Dachblech mit Spenglerschrauben aufgeschraubt.


Als dann das Grundgerüst soweit stand, wurde die Schublade eingebaut. In ihr finden bis zu drei Getränkekisten Platz.

Sie wird noch mit 40mm Styrodur ausgekleidet und Kühlakkus eingepasst, damit sollten die Getränke, wenn diese vorgekühlt in die Schublade gegeben werden, einen ganzen Tag angenehm kühl bleiben.

Geführt wird sie von zwei alten Tischauszügen und noch mit POM Gleitlagern geführt / gestützt.

 

 


Der Fräser für die Nuten ist da! Jetzt konnten wir die Nuten einfräsen, um den typischen Bauwagen-Blech Look zu erreichen.

Nachdem wir fertig waren sah die ganze Sache doch schon viel besser aus. Viel besser als wir es je erwartet hätten.

 

Wie auf diesem, aber viel besser auf den beiden nächsten Bildern zu sehen ist, wurde auch schon ein professorisches Fahrgestell gefertigt.

Jetzt brauchen wir dieses nur noch abnehmen, und in Stahl kopieren. 

Wie auch auf dem oberen Bild schon zu sehen ist, wurde eine alte Werkssirene angebaut, damit sollte es auch kein Problem mehr sein aufzufallen, oder?

 


In diesem obligatorischen Gasflaschenkasten werden bei meinem Wagen Spirituosen und Gläser untergebracht. Im Moment fehlt auch hier noch das Blechdächlein.


Es ist soweit, er schreit nach Farbe. Nach stundenlangem Schleifen aller Flächen und Nuten konnten erste Schichten Farbe aufgetragaen werden. Alle Schleifarbeiten wurden mit Festool Qualitätswerkzeugen erledigt. Zuerst waren alle grauen Teile an der Reihe.

Wir verwenden hier Wetterschutzfarbe der Firma Consulan, sodass auch ein wenig Feuchtigkeit nichts ausmacht.

Alle Ausschnitte für Lautsprecher, Subwoofer, etc. wurden mit unserer Stichsäge von Festool ausgeschnitten. Leider machte sie nach nun fast 10-jährigem Einsatz hier ihre letzten Hübe.

Als auch der zweite Anstrich getrocknet war, bauten wir den Subwoofer in sein Gehäuse ein und verkabelten ihn.

Anschließend haben wir mit den orangenen Flächen begonnen. Diese mussten aufgrund mangelnder Deckkraft der Farbe drei mal gestrichen werden.

Als alle Außenwände orange und alle übrigen Flächen grau gestrichen waren, sah das ganze so aus.

Aufgrund mangelnder Klangqualität haben  wir uns dazu entschieden doch ein Autoradio einzubauen. Mit diesem Gerät hört sich die ganze Sache doch entscheidend besser an. Die genaue Bezeichnung des Radios lautet: "Kenwood KDC-4754SD".


Nun ist es an der Zeit für ein erstes Video welches euch eine Rundumansicht bietet.


Da nun alle lackierten Teile vollständig getrocknet waren, (Ist der Lack nicht 100%ig trocken kleben die Teile aneinander fest) montierten wir auch die obligatorischen "Fenster" und "Türen", welche die oben gezeigten Lautsprecher verdecken und gleichzeitig schützen.


Nach einiger Zeit hat sich auch an diesem Projekt wieder mal einiges getan!


Mittlerweile sind die Fahrgestelle fertig geschweißt, an dieser Stelle vielen Dank an Thomas, der dafür viele Stunden seiner Freizeit opferte.

 

Hier sind das vordere und auch das hintere Fahrgestell in noch nicht ganz fertiger Ausführung abgebildet, es fehlt lediglich noch die Drehplatten für die Lenkung und die Verbindung zwischen Deichsel und Zuggriff.


Die Fahrgestelle wurden nach Fertigstellung alles Schweißarbeiten geschliffen - heißt Schweißnähte bündig geschliffen und anschließend alle Flächen mit einer Fächerscheibe für die Flex angeschliffen. 

Im nächsten Arbeitsschritt wurden die Gestelle mit einer Nitro-Verdünnung abgereinigt und grundiert. Dadurch wurde erreicht dass der Lack besser auf dem Stahl haftet.

Als Farbe wurde hierfür ein verkehrsgrauer Wasserlack verwendet.

Nach dem alles zum zweiten Male gestrichen wurde und am Bollerwagen montiert wurde kann ich voller Stolz das Ergebnis präsentieren.

Wie auf dem obigen Bild zu erkennen ist, wurde auch schon ein passender Handgriff montiert. Dieser war ursprünglich als Handlauf gedacht, macht sich aber in diesem Verwendungszweck außerordentlich gut. 


Zwischen die beiden Drehplatten wurde noch großzügig Fett aufgetragen um die Lenkung leichtgängig zu machen. Dazu auch noch ein Bild.


Auch das integrierte "Schaltpult" wurde erweitert. Dort sitzt nun ein kleines Voltmeter, mit dem die Batteriespannung überwacht werden kann.

In dem leeren Slot wird noch ein Schalter für die Front- und Heckbeleuchtung Platz finden.

 

Weitere Funtionen des Schaltpult's sind:

    - Wechselrichter (230V) EIN/AUS

    - Verstäkerker EIN/AUS

    - Sirene (EIN)

    - Batteriespannungsüberwachung (EIN)

    - Front- und Heckbeleuchtung EIN/AUS (noch nicht vorhanden)

 


Wie ihr auf diesem Bild sehen könnt, ist die Musikanlage komplett fertig gestellt. Der Verstärker hängt kopfüber an der Batterieklappe und ist normalerweise auch nicht zu sehen. 

Der erste Testlauf der Anlage hat gezeigt, das die LKW-Batterie mit ihren 220Ah auch nach 10 Stunden Volllast noch nicht schlapp macht. 

Hier gilt unser spezieller Dank der Firma "Wilhelm Hassold Transporte Mönchsroth", welche uns zwei dieser riesigen LKW-Batterien kostenlos zur Verfügung gestellt hat.


Mittlerweile ist auch das Blechdach eingetroffen und montiert. Dieses Blech wurde von Hand vorgebogen und die Kanten ringsum umgebördelt. Es wurde ein Titan-Zink-Blech mit einer Stärke von 0,5mm verwendet, da dieses nicht verwittert. 

Ohne die tatkräftige Unterstützung von Josef wäre das Dach niemals so schön geworden. Vielen Dank nochmals.

 


So sieht die fertige "Minibar" aus. 


Die mit reflektierender Klebefolie aus dem Fahrzeugbau beklebten Metallwinkel in Verbindung mit der montierten Beleuchtung  machen das Gefährt auch bei Dunkelheit ausreichend sichtbar.

Zu sehen ist auch noch einmal die Minibar.


Hier zu sehen ist die fertig isolierte Schublade. Ein Test zeigte, dass gekühlte Getränke darin den ganzen Tag über kaum eine Erwärmung zeigen.


Spektakulär war auch der Transport des Bauwagens von der Werkstatt im Keller auf die Straße. 

Jürgen Leyh machte das mit seinem Langholzgreifer möglich.

Seht selbst.

Danke Jürgen für die spontane Aktion mit gutem Ausgang ;)

 


Abschließend einige Bilder vom fertigen Bauwagen und seinen ersten Einsätzen.


Stand: 05/2013

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